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Sonntag, 22. Oktober 2023

Male... Sehenswürdigkeiten im Überblick

Die meisten Besucher der Malediven zieht es sofort nach der Ankunft in die Resorts oder Hostels auf den Inseln weiter. Nur wenige sehen sich die Hauptstadt Male überhaupt an und selbst die, die es tun, bleiben selten länger als einen Tag.

Das ist schade, denn diese Inselstadt ist sympathisch und hat einen ganz eigenen Charme: Moderne Gebäude stehen inmitten belebter Märkte, unzählige Roller flitzen durch die engen Straßen und rundherum liegt das türkisgrüne Meer. Das hektische südasiatische Flair hier ist ein deutlicher Kontrast zur entspannten Atmosphäre auf anderen maledivischen Inseln, doch dafür kannst du in Male ein Gefühl für die echten Malediven abseits der Resorts und Strände bekommen.

Hier sind unsere Vorschläge, wenn du zwei Tage in Male Zeit hast.

Die ersten 24 Stunden

ANSEHEN: Platz der Republik bzw. Jumhooree Maidhaan Starte in den Tag auf Males zentralem Republikplatz. Er befindet sich an der Nordküste und ist durch einen Fahnenmast mit einer riesigen maledivischen Flagge leicht zu erkennen. Es ist vermutlich das Erste, was du siehst, wenn du mit dem Boot vom Flughafen in der Stadt ankommst, und ein toller Ort, um sich hinzusetzen, die Tauben zu füttern, die Leute zu beobachten und sich zu orientieren.

ANSEHEN: Freitagsmoschee und islamisches Zentrum Direkt neben dem Platz befindet sich die 1984 eröffnete große Freitagsmoschee, die mit ihrer wunderschönen goldenen Kuppel das Stadtbild von Male prägt. Die Moschee mit ihrer weißen Fassade, dem mit einer Goldhaube gekrönten Turm und dem Marmor - Interieur ist die größte des Landes. Ihr großer Gebetsraum bietet 5.000 Gläubigen Platz. Touristen können die Moschee außerhalb der Gebetszeiten zwischen 9 und 17 Uhr besuchen. Männer müssen lange Hosen tragen, Frauen lange Röcke oder Kleider.

ANSEHEN: Alte Moschee Hukuru Miskiiy Hukuru Miskiiy wurde 1656 während der Regentschaft von Sultan Ibrahim Iskandar I erbaut und ist die älteste Moschee des Landes. Sie ist aus Korallenkalk gebaut und mit wunderschönen, kunstvollen Schnitzereien und Passagen aus dem Koran verziert. Eine im 13. Jahrhundert geschnitzte Täfelung erinnert an die Einführung des Islam auf den Malediven. Normalerweise dürfen nur Muslime die Moschee betreten, doch wenn du respektvoll und passend angezogen bist, erhältst du vielleicht eine spezielle Erlaubnis.

ENTSPANNEN: Sultan Park Nur einen kurzen Spaziergang entfernt befindet sich der Sultan Park, ein öffentlicher Park an der Südseite des abgerissenen Königspalasts. Diese Grünfläche in Male vermittelt einen Eindruck von der tropischen Flora der Malediven und der Geschichte der Stadt. Der ehemalige Königspalast wurde geschliffen, mit Ausnahme eines dreistöckigen Flügels, der heute verlassen in einer Ecke des Parks steht. Der Palastgarten wurde ein öffentlicher Park und ist heute mit von Seerosen bedeckten Teichen und Vogelgezwitscher in den Bäumen eine Oase der Natur und Ruhe in der geschäftigen Hauptstadt.

ANSEHEN: Nationalmuseum der Malediven Im Park befindet sich auch das Nationalmuseum der Malediven mit einer kleinen Sammlung königlicher Insignien und Erinnerungsstücke. Die Sammlung war früher im einzigen noch erhaltenen Gebäude des Sultanpalasts untergebracht, hat mittlerweile jedoch ein neues eigenes Gebäude im Park erhalten, das die chinesische Regierung bauen ließ und das am 26. Juli 2010 (dem Nationalfeiertag der Malediven) eröffnet und zum Nationalmuseum erklärt wurde. Das Innere des Museums stammt noch aus der Zeit des Sultanats, einschließlich eines in die Wände geschnitzten handgeschriebenen Korans. Der Eintritt kostet 3 US - Dollar bzw. 38 Rufiyaa.

SHOPPEN/ESSEN: SeaHouse Nach einem Tag Herumspazieren kannst du dich im SeaHouse entspannen, dem vermutlich berühmtesten Restaurant der Stadt. Die Fischgerichte hier dürfen sich Besucher der Malediven nicht entgehen lassen. Thunfisch ist der beliebteste Speisefisch auf den Malediven.

Die nächsten 24 Stunden

ANSEHEN: Male Fischmarkt Steh früh auf und besuche den Fischmarkt westlich vom Regierungsplatz, wenn er morgens zum Leben erwacht. Du wirst eine Menge Fischerboote sehen, die direkt vor dem Markt angedockt haben. Hier werden die gefangenen Fische abgeliefert, ausgenommen und an die Bewohner der Stadt verkauft.

SHOPPEN: Hauptstraße, Majeedhee Magu Die Majeedhee Magu ist so belebt, wie man es sich von der Hauptstraße einer Hauptstadt erwarten kann, also schau vorbei, wenn du das wichtigste Geschäftsviertel der Stadt sehen oder dich mit Ausrüstung oder Souvenirs eindecken möchtest. Die Straße verläuft von Osten nach Westen durch ganz Male und ist von jeder Menge Läden gesäumt, die Importwaren aus Südost - und Südasien anbieten. Die Läden sind gewöhnlich von 9 bis 23 Uhr geöffnet, ausgenommen zwischen 18 und 20 Uhr und für 15 Minuten nach den muslimischen Gebetszeiten.

ANSEHEN: Tsunami - Denkmal Der Tsunami von 2004 hat praktisch alle Atolle der Malediven erwischt und Male war am schlimmsten betroffen. Über 110 Menschen sind damals in der Hauptstadt gestorben. Das Tsunami - Denkmal ist eine Erinnerung an dieses Unglück. Seine Gestaltung ist einzigartig und allein bereits einen Besuch wert. Rundherum gibt es zahlreiche kleine Restaurants und die Einheimischen hängen abends gerne hier ab.

ESSEN: Symphony Lagoon Wenn du ein opulentes maledivisches Mahl genießen willst, solltest du Symphony Lagoon besuchen, das von der ältesten Restaurantkette der Hauptstadt betrieben wird. Zu den Favoriten hier gehören Gemüsecurry, gegrillter Tintenfisch und libanesisches Hähnchen mit Knoblauchreis. Die Speisekarte ist umfangreich, die indische Küche hervorragend und es gibt hier mit die beste Auswahl vegetarischer Speisen in der ganzen Stadt.

Ein Reisebericht von Nellie Huang

Samstag, 21. Oktober 2023

Geschichte und Traditionen - Das Burmesische Neujahrsfest (Thingyan) feiern

Die riesige Glocke läutet über uns, tausende von Kerzen flackern und der Geruch von Weihrauch liegt in der Luft. Mönche sitzen Reihe an Reihe in burgundrote Gewänder gehüllt und beten mit gesenktem Kopf und gebeugten Knien. Hunderte von jungen Damen haben sich in der Halle versammelt, mit Besen in der Hand, um das Pech des vergangenen Jahres wegzufegen und einen neuen Anfang zu begrüßen.

In der Shwedagon Paya, die auch als Goldene Pagode bekannt ist, herrscht eine festliche Stimmung. Die auf einem Hügel im Herzen von Yangon thronende Pagode ist das Wahrzeichen und die heiligste religiöse Stätte des Landes. Ich kam an einem sehr besonderen Tag in Myanmar (das ursprünglich Burma hieß, aber im Jahr 1989 von der Regierung umbenannt wurde) an; am birmanischen Neujahrstag oder Thingyan, dem wichtigsten Feiertag des Landes.

Burmas wichtigster Feiertag

Das buddhistische Fest Thingyan, das jedes Jahr vom 13. bis 16. April stattfindet, wird über vier bis fünf Tage hinweg gefeiert, mit dem Höhepunkt der Feierlichkeiten am Tag des neuen Mondjahres. Das Werfen von Wasser ist der beliebteste Brauch dieses Festes und man trifft so gut wie überall im Land Menschen an, die sich gegenseitig mit Wasser übergießen.

Thingyan hat seinen Ursprung in einem Hindu - Mythos. Der König von Brahmas, Arsi genannt, verlor eine Wette gegen den König von Devas, Thagya Min, der Arsi enthauptete. Wie durch ein Wunder wurde der Kopf eines Elefanten auf Arsis Körper gesetzt, so entstand Ganesha.

Der Hindu - Gott war so mächtig, dass das Meer sofort austrocknen würde, wenn sein Kopf dort hineingeworfen würde. Würde dieser auf den Boden geworfen, würde das Land verbrennen. Würde er hoch in die Luft geworfen, würde der Himmel in Flammen aufgehen.

Deshalb ordnete Thagya Min an, dass Ganeshas Kopf von Prinzessinnen getragen werden sollte, die sich jeweils nach einem Jahr abwechseln sollten. Das neue Jahr wurde so zum Symbol des jährlichen Wechsels.

Thingyan - Traditionen: alt und neu

Am Vorabend des Thingyan - Festes findet eine Reihe von religiösen Aktivitäten statt. Buddhisten sollen dabei die acht Gebote einhalten. Eines davon ist, vor Mittag nur eine Mahlzeit zu sich zu nehmen. Zudem werden den Mönchen in ihren Klöstern Almosen und Spenden erbracht.

Viele Einheimische verbringen außerdem mehrere Tage im Tempel, um dort zu beten und ehrenamtliche Arbeiten auszuführen, in der Hoffnung, dass ihnen so ihre Sünden vergeben werden. Zu dieser Zeit ist die Shwedagon Paya am belebtesten und ein andauernder Strom von Buddhisten bewegt sich während dieser Tage dort ein und aus.

Der eigentliche Tag Thingyan ist als a - kya Nei bekannt, dem Tag, an dem Thagya Min, der König von Devas, von seiner himmlischen Wohnstätte zur Erde abstieg. In den meisten Städten und Gemeinden wird eine Kanone abgefeuert und die Menschen kommen mit Töpfen mit Wasser auf die Straße und gießen das Wasser auf den Boden, während sie ein Gebet sprechen.

An diesem Tag beginnt in den meisten Teilen des Landes die richtige Wasserschlacht. Traditionell wurde an Thingyan duftendes Wasser aus einer silbernen Schüssel gespritzt, ein Brauch, der weiterhin überwiegend in ländlichen Gegenden üblich ist. Das Spritzen mit Wasser war eine metaphorische Geste des „Reinwaschens" von den Sünden des Vorjahres.

In größeren Städten wurde die silberne Schale durch Gartenschläuche, Wasserballons, Wasserpistolen und sogar Feuerwehrschläuche ersetzt. Es werden Wassersprühstationen, die Pandals genannt werden, aufgebaut, die gleichzeitig als Tanzflächen dienen. Viele dieser Pavillons werden von reichen und einflussreichen Familien und Unternehmen gesponsert. Einheimische (Jung und Alt) gehen auf die Straße, um sich gegenseitig mit eimerweise duftendem Wasser zu begießen. Auf den Boulevards tanzen Jugendliche zu aus riesigen Verstärkern dröhnender Popmusik. Kübelweise regnet das Wasser wie ein Monsun begleitet von Lachen, Jubeln und guten Wünschen.

Der Wandel der Zeit

Thingyan ist vergleichbar mit anderen Neujahrsfeierlichkeiten in Teilen Asiens, die den Theravada - Buddhismus praktizieren – wie das berühmte Songkran - Festival in Thailand, das Neujahrsfest in Kambodscha und das singhalesische Neujahr in Sri Lanka.

Aber im Vergleich zu diesen Orten, befindet sich Burma noch relativ außerhalb der Touristenpfade und wurde bisher weniger von der Außenwelt beeinflusst. Die Thingyan - Feierlichkeiten hier sind eher traditionell und viele der alten kulturellen Praktiken sind hier noch sehr lebendig.

Die Dinge werden sich jedoch noch weiter ändern. Seit 2010 haben viele politische Reformen stattgefunden und das Land hat viele Änderungen erlebt. Der Tourismusboykott wurde aufgehoben, Touristen sind heute in Burma herzlich willkommen.

Bis jetzt befindet sich Burma jedoch immer noch auf dem Weg der Erneuerung. Ein Hauch staubiger Nostalgie hängt an jeder Ecke, Lokomotiven werden von Motoren aus den 60er - Jahren angetrieben und die Menschen bewegen sich auf heruntergekommenen LKWs und Wasserbüffelkutschen fort. Männer schlendern im Longyi umher, ihre Münder blutrot vom Kauen der Betelnuss, die Gesichter der Frauen sind mit Thanaka bemalt, einem weißen natürlichen Sonnenschutz aus Akazienbaumrinde.

Das Reisen in diesem Land ist ein Erlebnis: Es gibt nur wenige Geldautomaten, fast keinen Internet - Zugang, das Mobiltelefonnetz ist nicht existent und es herrscht ein willkommener Mangel an globalen Marken und Hotelketten. Für Leute, die zum ersten Mal reisen, kann es überwältigend sein. Aber hat man sich einmal an die altweltliche Atmosphäre gewöhnt, ist Burmas Charme unwiderstehlich.

Wenn ihr vorhabt, nach Burma zu reisen, ist Thingyan zweifellos die beste Zeit des Jahres, um das Land zu besuchen. Neben den unterhaltsamen Aktivitäten und der festlichen Atmosphäre werdet ihr garantiert viele Birmanen treffen, die extrem begierig sein werden, eure Hand zu schütteln und ihr Englisch mit euch zu üben. Ich habe aufgehört, zu zählen, wie oft mich die freundlichen Einheimischen mit „Welcome to Burma!“ begrüßten.

Ein Reisebericht von Nellie Huang

Freitag, 20. Oktober 2023

Einzigartige Mongolei - Landschaft - von der Steppe bis in die Berge

Die Mongolei ist fast dreimal so groß wie Frankreich und doppelt so groß wie Texas, gleichzeitig hat sie jedoch die geringste Bevölkerungsdichte der Welt. Diese Tatsache in Verbindung mit der nomadischen Lebensweise ihrer Bevölkerung (und dementsprechend wenig Urbanisierung und Infrastruktur) und ihrem schamanischen Glauben, der Eingriffe in die Umwelt untersagt, bewirkt, dass die Natur in der Mongolei gut erhalten und weitgehend intakt ist.

Für Reisende auf der Suche nach wahrer Wildnis und unberührter Natur ist die Mongolei wie ein wahrgewordener Traum. Auf meiner Reise Nomaden der Mongolei habe ich gesehen, dass es in diesem abgeschiedenen Teil Asiens wirklich keinen Mangel an endlosen natürlichen Steppen und unberührten Landschaften gibt.

Wenn du in die Natur der Mongolei eintauchen möchtest, kannst du hier einen ersten Blick auf die verschiedenen Landschaften werfen, die dich in diesem wunderschönen wilden Land erwarten:

Steppe

Der Großteil der Mongolei ist von weitläufigen Steppen überzogen. Diese bedecken 55 % des Landes und sind die Heimat zahlreicher Gazellen und Nutztiere. Hier leben Nomadenfamilien, die weiterziehen, wenn der Winter kommt – immer auf der Suche nach neuem Gras für ihre Schafe, Kühe und Ziegen. Es gibt nur wenige befestigte Straßen in der Mongolei und die meiste Zeit fuhren wir mitten durch die Steppe.

Berge

Mit einer durchschnittlichen Höhe von 1.500 m über dem Meer ist die Mongolei eines der höchstgelegenen Länder der Welt. Die höchste Gebirgskette des Landes ist der Altai ganz im Westen des Landes, mit bis zu 4.300 m hohen Bergen. Im Zentrum des Landes erhebt sich das Changai - Gebirge, das wir auf unserer Reise besucht haben.

Wüsten

Die südliche Mongolei wird von der Wüste Gobi beherrscht, die sich bis nach China erstreckt. Auf unserer Reise besuchten wir den westlichen Teil der Gobi (auf Mongolisch „Bayan Gobi“ genannt), wo wir auf die Chongoryn Els wanderten, die größten Sanddünen der Region. Ihr Name bedeutet übersetzt „Singender Sand“ und bezieht sich auf die Geräusche, die der vom Wind verblasenen Sand macht.

Pinienwälder

Der Norden des Landes ist hauptsächlich von Nadelwäldern bedeckt, die auf Russisch „Taiga“ genannt werden. Sibirische Lärchen werden bis zu 45 m hoch und liefern Holz für Bauwerke im ganzen Land. Wir haben unsere Zelte bei den Thermalquellen von Tsenkher in der Nähe eines dichten Pinienwaldes aufgeschlagen – ein wunderschöner Ort zum Wandern.

Seen

In der Mongolei gibt es zahlreiche Salz - und Süßwasserseen und nach einem harten Reisetag haben wir oft ein Picknick am Ufer eines Sees genossen. Der berühmteste See der Mongolei ist der Khosvgol Nuur, der 65 % des Süßwassers des Landes enthält.

Ein Reisebericht von Nellie Huang

Donnerstag, 19. Oktober 2023

Mongolei Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten - Unsere Top 5

Endlos, weit und ungezähmt: In der Mongolei erwartet einen eine der letzten noch wirklich wilden, unberührten Landschaften Asiens. Sie ist durchzogen von endlosen Steppen, imposanten Bergen und riesigen Wüsten. In einem Land wie diesem kann man hunderte Kilometer zurücklegen ohne jeglicher Zivilisation zu begegnen – nur ungezähmte, unberührte Natur vom Feinsten. Und genau das macht den Reiz der Mongolei aus.

Auf meiner "Nomaden der Mongolei" erkundete ich zwei Wochen lang die zentrale Region des Landes und konnte deren Wildnis selber erleben. Nach nur einem Tag in der Hauptstadt Ulaanbaatar ließen wir die Zivilisation hinter uns und machten uns auf in das Hinterland, um die natürlichen Sehenswürdigkeiten der Mongolei zu erkunden – zunächst besuchten wir den Nationalpark Yolyn Am im Süden, dann die Wüste Gobi im Südwesten und schließlich die heißen Quellen von Tsenger im Norden.

Jeder Teil der Mongolei bot mir unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen. Hier sind fünf meiner Favoriten:

1. Camping mit einer Nomadenfamilie

Seit über 3.000 Jahren führen die Menschen in der Mongolei eine nomadische Lebensweise, auf der Suche nach besseren Weiden für ihr Vieh. Auch heute noch durchstreift die Hälfte von ihnen die weite Steppe und lebt genauso wie ihre Vorfahren. Während meiner Reise übernachteten wir bei einer Nomadenfamilie, von der wir mehr über deren Lebensweise erfuhren. Bei unserer Gastfamilie wurden wir mit Runden des traditionellen lokalen Feuerwassers, Airag (vergorene Stutenmilch), herzlich empfangen und in ihre lokalen Traditionen und Praktiken eingeweiht. Am Nachmittag kümmerten wir uns um ihr Vieh und spielten mit ihren Kindern. Anschließend kamen wir in den Genuss einer traditionellen mongolischen Grillmahlzeit und plauderten bis spät in die Nacht hinein. Diese Erfahrung erwies sich als der Höhepunkt meiner Reise und ich kann sie nur jedem empfehlen.

2. Mongolei Sehenswürdigkeiten: Sanddünenklettern und Kamelreiten in der Wüste Gobi

Im südlichen Teil der Mongolei dominiert die Wüste Gobi, die drittgrößte Wüste der Welt, die Landschaft. Wir hatten Gelegenheit dazu, die Sanddünden von Khongoriin Els zu besteigen, die auch als „Singender Sand” bekannt sind, da sie „Musik“ machen, wenn ihr Sand vom Wind bewegt wird. Sie zu erklimmen war nicht einfach, aber unsere Mühe wurde mit der atemberaubenden Aussicht vom Gipfel der Dünen belohnt. Von dort oben überblickt man die ganze Wüste sowie die strahlend grüne Oase an der Basis und die Berge in der Ferne. Zurück an der Basis der Dünen unternahmen wir einen Kamelritt durch die Oase und Lagunen, wo wir die Wüste Gobi von einer anderen Perspektive erlebten.

3. Wandern im Yolyn Am Canyon

Nach tagelangen Fahrten durch weite Steppe und Grasland war ich angenehm überrascht von Yolyn Am, einer engen Schlucht in den Gurvan Saikan Bergen. Übersetzt bedeutet Yolyn Am „Tal der Adler“, und es ist ein wirklich ausgezeichneter Ort, um Geier, wilde Argali - Schafe und Steinadler zu beobachten. Die Schlucht ist auch bekannt für das tiefe Eisfeld, das dort im Winter entsteht und bis weit in den Sommer über bestehen bleibt. (Als wir dort im August ankamen, war es jedoch geschmolzen.) Der Wanderweg, der sich durch die Schlucht schlängelt, ist auch im Sommer wunderschön, umgeben von bunten Blumen und Felsvorsprüngen.

4. Sonnenuntergang an den „Brennenden Klippen“

In der Nähe von Yolyn Am befindet sich ein weiterer Ort, der einen Besuch Wert ist: Die Brennenden Klippen. Diese weitere Sehenswürdigkeit der Mongolei, die von den Einheimischen Bayanzag genannt wird, ist eine bedeutende paläontologische Fundstätte von Dinosauriereiern. Sie verdankt ihren Namen dem amerikanischen Paläontologen Roy Chapman Andrews, der in den 20er Jahren dorthin reiste. Neben der wissenschaftlichen Bedeutung bietet dieser Ort außerdem ein außergewöhnliches, atemberaubendes Spektakel bei Sonnenuntergang. Wie der Name schon sagt, sehen die Felsen, wenn der rote Sandstein dort von den Strahlen der Sonne am Abend in leuchtendes Orange getüncht wird, aus als ob sie in Flammen stehen.

5. Mongolische Geschichte und Kultur in Kharkorin

Kulturbegeisterte dürfen Kharkorin, die im 13. Jahrhundert von Dschingis Khan gegründete alte Hauptstadt der Mongolei, auf keinen Fall verpassen. Bei dieser weiteren Sehenswürdigkeit der Mongolei empfehle ich den Besuch im nahe gelegenen Erdene Zuu Chiid, dem ältesten erhaltenen buddhistischen Kloster in der Mongolei. Dieses ist nicht nur aufgrund seiner reichen Geschichte, sondern auch wegen seiner Architektur sehr beeindruckend – der große Komplex umfasst eine Reihe von Stupas, Tempeln und Gebetshallen, die mit chinesischen Porzellanfliesen und goldenen Buddhastatuen geschmückt sind. Das nebenan befindliche moderne und gut ausgestattete Karakorum - Museum umfasst eine große Auswahl an Artefakten aus der antiken Stadt.

EIN ABSOLUTES MUSS: Übernachtung in einem Ger Auf dieser Reise verbrachten wir die meisten Nächte in Gers, großen traditionellen mongolischen Zelten mit Holzrahmen, die mit Filzstoff - Schichten isoliert werden. Die Ger - Camps, in denen wir übernachteten, waren sehr komfortabel und mit Strom, Toiletten, Duschen und Öfen sowie richtigen Betten aus Holz ausgestattet. An den meisten Tagen erkundeten wir die Natur und erreichten nachmittags die Ger - Camps, wo wir Zeit zum Duschen hatten und uns dann das Abendessen serviert wurde. An den langen Abenden wurde mit den Mitreisenden geplaudert, mongolischer Wodka unter den Sternen getrunken und es entstand dort so manche Erinnerung, die zu den schönsten der ganzen Reise zählt.

Ein Reisebericht von Nellie Huang

Mittwoch, 18. Oktober 2023

Burmas Beinruderer - Eine Tradition am Leben erhalten

Es ist 7 Uhr morgens und die Sonne ist gerade über dem ruhigen Wasser des Inle - Sees aufgegangen. Die Luft ist frisch und feucht, und das Echo der hypnotischen Klänge der Morgengebete klingt in der Ferne. An meinem Teakholzboot treiben Büsche aus Hyazinthen und lilanen Seerosen vorbei. Unter dem Boot wiegt sich dunkles Schilf hin und her, Libellen summen um mich herum und Wasserläufer gleiten waghalsig auf der Oberfläche des Wassers.

Auf dem offenen Wasser erscheint ein Fischer in der Ferne, der mit einem Bein rudert und mit dem anderen das Gleichgewicht hält. Staunend beobachte ich seine akrobatischen Bewegungen: Während er sich mit beiden Armen an einer Fischfalle festhält, windet der Mann sein linkes Bein um ein Ruder und navigiert so sein Boot mit kreisförmigen Bewegungen vorwärts. Seine Augen sind auf das Wasser fixiert, auf der Suche nach Fischen. Hin und wieder klopft er mit dem Ruder auf das Boot, um die Fische aufzuschrecken. Sobald er eine Bewegung im Wasser bemerkt, wirft er seine handgeflochtene Fischfalle in den See und öffnet die Falle, um die Fische im Korb zu fangen. In einer synchronisierten Bewegung zieht er dann die Fische auf das Boot, und das alles während er selbst auf nur einem Bein balanciert.

Eine Welt auf dem Wasser

Diese außergewöhnliche Tradition des Beinruderns ist einzigartig für den Inle - See und zieht viele Menschen – darunter auch mich – in diesen Teil von Burma (offiziell als Myanmar bekannt).

Der im Herzen des Shan - Staats im Zentrum von Burma gelegene Inle - See ist gesäumt von aufragenden Bergen und grünen Hügeln. Aber dieser See ist wirklich außergewöhnlich; Inle ist eine magische Welt der schwimmenden Gärten, buddhistischen Stupas und auf Stelzen erbauten Dörfer.

Mit nur 22 km Länge und 11 km Breite ist Inle die Nahrungsquelle einer Bevölkerung von rund 70.000 Menschen, die im und um den See herum leben. Der Fischer ist einer der vielen Menschen des Intha - Volks, die hier auf dem Wasser leben.

Für das Leben der Intha steht der See im Mittelpunkt – sie leben in Stelzenhäusern, bauen Tomaten, Melonen und Papayas in schwimmenden Gärten an, essen Fisch als Grundnahrungsmittel – und beten sogar in buddhistischen Tempeln, die auf dem Wasser erbaut wurden.

Nicht zuletzt bedeutet Intha übersetzt „Söhne des Sees". Man kann mit Sicherheit sagen, dass die Intha ohne das Wasser nicht existieren würden.

Eine langsam aussterbende, aber uralte Tradition

Wie mir hier erklärt wird, ist das Beinrudern vielmehr eine Intha - Tradition als lediglich eine Technik des Fischefangens. Diese Tradition stammt angeblich aus dem 12. Jahrhundert und wurde von Generation zu Generation überliefert. Thant, mein einheimischer Reiseführer, erklärt: „Meine Eltern sind Beinruderer. Genauso wie ihre Eltern und deren Vorfahren.“

Warum haben die Menschen hier eine solch interessante Art des Fischens erfunden?

Thant erklärt, dass das Beinrudern den Fischern einen besseren Überblick auf die Wasserstraßen ermöglicht. Wasserhyazinthen und Schilf bilden hier ein dichtes Unterwasser - Labyrinth, wodurch sich das Navigieren rund um den See ziemlich schwierig gestaltet. Indem sie mit ihren Beinen anstatt mit ihren Händen rudern, können sie die sich unter Wasser befindlichen Hindernisse erkennen und so eine freie Route hinaus auf den See finden.

Zudem hält diese Rudertechnik die Hände frei und ermöglicht den Umgang mit den Fischernetzen, die ziemlich sperrig und schwer werden, wenn große Fische gefangen werden. Aber ist es nicht schwer, ein Boot mit nur einem Bein zu balancieren? Thant lächelt und sagt: „Ja, aber, wenn man immer auf dem Wasser lebt, wird es eine Selbstverständlichkeit“.

Heutzutage verkaufen die Fischer ihren Fang an schwimmende Restaurants, die sich auf Touristen ausgerichtet haben. Seit der Öffnung Burmas für ausländische Besucher hat sich das Einkommen der lokalen Fischer gesteigert und auch ihre Lebensqualität hat sich verbessert. Die positiven Auswirkungen des Reisens auf die hier ansässige Bevölkerung zu sehen, und zu wissen, dass wir, als Reisende, unseren Beitrag leisten können, um ihre Lebensgrundlage zu erhalten, ist ein schönes Gefühl.

Ich frage Thant, ob die jüngere Generation es auch lernt, auf diese Art und Weise zu fischen. Er sagt: „Viele junge Burmesen ziehen weg in die Stadt, um bessere Arbeit zu finden. Leider sind die meisten traditionellen Fischer, die es hier noch gibt, alte Menschen."

Zum Glück wird die Tradition des Beinruderns jedes Jahr beim Fest der Phaung Daw U Pagode, einem der größten buddhistischen Feierlichkeiten im Land, am Leben erhalten. Während der 20 - tägigen Feier werden in einer Parade Buddha - Bilder aus der Pagode in einem Lastkahn von Hunderten von Beinruderern rund um den See gezogen. Es finden außerdem mehrere Beinruder - Wettbewerbe rund um den See statt. Laut Thant bereiten sich die Teilnehmer das ganze Jahr lang darauf vor, und die Parade ist ein spektakulärer Anblick.

Während das Beinrudern eine aussterbende Fischfangtechnik sein mag, wird es als eine Tradition von den Intha hoffentlich erhalten bleiben. Zumindest bis zum jetzigen Augenblick bleibt das Beinrudern ein wichtiger Teil des Intha - Tradition.

Ein Reisebericht von Nellie Huang

Montag, 16. Oktober 2023

Von Festungen und Tempeln - 5 eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten in Bhutan

Bhutan ist berühmt für viele Dinge: das glücklichste Volk der Welt, ein lebendiges buddhistisches Erbe und einige der buntesten Festivals überhaupt. Ich besuchte das Land mit der Absicht, seine Kultur und seine Menschen kennenzulernen, aber war wirklich begeistert, wie viel es dort zu sehen gibt. Das Königreich im Himalaya ist nicht nur mit einer reichen und einzigartigen Kultur gesegnet, sondern auch mit atemberaubenden Landschaften und jahrhundertealter Architektur. Ich möchte euch hier meine fünf beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Bhutan vorstellen:

1. Das Tigernest - Kloster oder Paro Taktsang

Von allen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten Bhutans ist dies wohl die berühmteste und am häufigsten fotografierte. Paro Taktsang, auch „Tigernest“ genannt, ist ein legendäres Kloster, das prekär am Rand einer 3.120 m hohen Klippe mit Blick auf das Paro Tal liegt. Paro Taktsang hat einen solch heiligen Status, weil es angeblich der Ort war, wo der Buddhismus seine Ursprünge nahm. Guru Rinpoche, der den Buddhismus nach Bhutan brachte, suchte in der Tigerhöhle Zuflucht. Heute liegt diese unter einer Tempelanlage verborgen, die im Jahre 1692 erbaut wurde um den Rinpoche anzubeten. Die Wanderung bis zum Tigernest ist ein zweistündiger Aufstieg; sie ist aber relativ einfach, und die Aussicht lohnt sich auf jeden Fall.

2. Punakha Dzong

Am Zusammenfluss der Flüsse Pho Chhu (Vater) und Mo Chhu (Mutter) erscheint das majestätische Punakha Dzong wie ein modernes Shangri - La Hotel, eingehüllt in einen Hauch von Geheimnis und Glückseligkeit. Der auch als „Palast des großen Glücks oder der Glückseligkeit" bekannte Punakha Dzong ist der zweitälteste und zweitgrößte Dzong in Bhutan. Dieser zwischen 1637 und 1638 erbaute Palast des tibetischen Buddhismus war bis 1955, als die Hauptstadt nach Thimphu verlegt wurde, das administrative Zentrum und Sitz der Regierung von Bhutan. Der Palast dient auch heute noch als ein Verwaltungsgebäude und ist nach wie vor ein wundersamer Ort voller Legenden und Mythen.

3. Dochula Pass

Der nur 30 km von Thimphu entfernte Dochula Pass ist ein beliebter spiritueller Ort für Einheimische und Besucher gleichermaßen. An einem klaren Tag erwartet einen hier eine majestätische 360 - Grad-Aussicht auf die Berge des Himalaya, einschließlich des höchsten Bergs von Bhutan, Gangkhar Puensum. Die meisten Pilger kommen zum Dochula Pass, um dem Druk Wangyal Chorten, den die älteste Königinmutter zu Ehren der bhutanischen Soldaten, die im Kampf gegen indische Rebellen im Jahr 2003 ums Leben kamen, erreichen ließ, ihre Ehre zu erweisen. Der Blick auf die 108 Chörten die sich hier aneinanderreihen mit Aussicht auf die Berge, ist ziemlich spektakulär.

4. Tempel des „göttlichen Verrückten“, oder Chimi Lhakhang

Der göttliche Verrückte ist in der Folklore des Tibetischen Buddhismus eine so beliebte Figur, dass ihm zu Ehren ein Tempel, Chimi Lhakhang (übersetzt bedeutet das „Tempel des Göttlichen Verrückten“) errichtet wurde. Der Tempel soll Paaren Fruchtbarkeit bringen, und er wird häufig von kinderlosen Paaren besucht. Um den Segen zu empfangen, hält ein Lama zwei Phalli, einer aus Holz und der andere aus Knochen, auf die Stirn des Paares, zusammen mit einem Bogen, der dem göttlichen Verrückten selbst gehörte. Er spricht dann ein Gebet und hält dem Paar einen Stapel von Namen hin, aus dem sie einen ziehen. Diese Wahl soll das Geschlecht und den Namen des zukünftigen Babys bestimmen.

5. Tashichho Dzong

Der perfekt mit dem grünen Tal harmonierende Tempel Tashichho Dzong thront hoch über der Hauptstadt Thimphu, auf königliche und imposante Art und Weise. Das buddhistische Kloster mit ihrer Burg ist seit 1952 der Sitz der Regierung von Bhutan. Heute befinden sich dort der Thronsaal sowie Büros des Königs und der Ministerien für Inneres und Finanzen. Im Jahr 2008 fand hier die verschwenderische Krönungszeremonie des jetzigen Königs statt. Der Tempel ist außerdem Austragungsort des größten jährlichen Tsechu Festivals. Nachts wird die Festung mit wunderschönen weißen und roten Lichtern beleuchtet, die sie in einen wunderschönen Glanz hüllen.

BONUS: Die Buddha Dordenma Statue

Diese sich immer noch im Bau befindende, überlebensgroße Statue des Buddha Shakyamuni ist 51,5 Meter hoch und somit eine der größten Buddha - Statuen der Welt. 125.000 kleinere, aus Bronze gegossene und vergoldete Buddha - Statuen wurden ins Innere der riesigen Statue gelegt. Die auf einem Hügel im Naturpark Kuenselphodrang gelegene Statue überblickt das Thimphu Tal und kann über eine Straße oder durch eine kurze Wanderung von der Stadt erreicht werden.

Ein Reisebericht von Nellie Huang

Samstag, 14. Oktober 2023

Kanazawa Tipps - Sehenswertes und Kulinarisches in Japan Geheimtipp

Wenn ich Freunden erzählte, dass ich eine Japanreise  machen werde, war ihre erste Frage meist, ob ich die Thunfisch - Auktion auf dem Tsukiji - Fischmarkt in Tokio besuchen würde. Im Anschluss fragten sie mich, ob ich im Restaurant von Jiro essen würde, der in Japan bereits ein bekannter Mann war und durch den Dokumentarfilm Jiro Dreams of Sushi weltweit berühmt wurde.

Ich habe Tsukiji besucht, aber nicht die Thunfisch - Auktion. Während ich den Markt erkundete, hatte ich das Glück, den Schwiegersohn eines Ausstellers kennenzulernen, der ein wenig Englisch sprach. Zusammen mit seinen Eltern, die ebenfalls zu Besuch waren, nahm er mich unter seine Fittiche und führte mich durch das Chaos. Wir spazierten durch die feuchten, mit Fisch gefüllten Gänge und endeten schließlich bei einem Sashimi - Restaurant.

Bei meiner Abreise aus Tokio habe ich mir gewünscht, wir hätten mehr Zeit in Tsukiji gehabt, denn ich liebe nichts mehr als einen Markt zu besuchen und neue Eindrücke und Speisen kennenzulernen – besonders mit spontanen einheimischen Guides wie den beiden unten.

Glücklicherweise führte die Reise weiter nach Kanazawa, wo mich frische Köstlichkeiten und ein weiterer Fischmarkt erwarteten.

Kanazawa wurde im späten 16. Jahrhundert als Burgstadt gegründet und blieb von Naturkatastrophen und den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs verschont. Einst war es eine mächtige und strategisch wichtige Stadt für den Maeda-Klan, doch in der Meiji-Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts fiel Kanazawa hinter den Rest des Landes zurück und wurde im Gegensatz zu anderen japanischen Metropolen nie voll industrialisiert.

Kanazawa liegt zwischen dem Japanischen Meer und den Japanischen Alpen in einem Klima mit einer ausgeprägten Regenzeit. Aufgrund der Niederschläge, der Berge und der nährstoffreichen vulkanischen Erde bringt das Land einige ganz besondere Lebensmittel hervor, darunter der begehrte und mit Mineralwasser vom Berg Hakusan bewässerte Koshihikari - Reis, frischen Fisch und Meeresfrüchte je nach Saison sowie eine große Bandbreite an Gemüse.

Viele dieser Lebensmittel gibt es auf dem belebten und bunten Omicho - Markt zu kaufen, auf dem es vor Händlern nur so wimmelt und der erfüllt ist von dem Geist, den ich so liebe. Das ich Kanazawa so genossen hab, lag nicht zuletzt an den vielen Stunden, die ich auf dem Omicho - Markt damit verbracht habe, das Angebot zu verkosten, mir Obst schmecken zu lassen und die Händler bei ihrer Arbeit zu beobachten. Fisch konnte man hier nicht nur für Zuhause kaufen, sondern auch direkt an Ort und Stelle verzehren – rohe Austern, gegrillte Jakobsmuscheln, Seeigel, Garnelen und noch vieles mehr wurden serviert.

Neben diesen natürlichen Reichtümern hat die Stadt auch eine interessante Vergangenheit. Während der Edo - Zeit (1604 - 1868) war dies die reichste Region des Landes außerhalb des Tokugawa - Shogunats und hatte Zugang zu den Produkten von Hokkaido, da es am Handelsweg zwischen Hokkaido und Osaka lag. Handwerk, Blattgoldproduktion und Kunst in der Stadt florierten, was sich auch nach dem Ende der Edo - Zeit fortsetzte. 2009 ernannte die UNESCO Kanazawa zur Stadt des Handwerks und der Volkskunst.

Es gibt in der Stadt auch den Garten Kenroku - En, eine der größten Touristenattraktionen der Stadt und einer der drei besten Gärten Japans. Nichtsdestotrotz – und bei allem Respekt für diesen wunderschönen Garten – hat mich der Ninja - Tempel der Stadt mehr begeistert.

Der Myoryuji - Tempel, auch Ninja - dera genannt, wurde von den Maeda 1585 zunächst als traditioneller Tempel errichtet. 1643 wurde er versetzt und befestigt, um die Bewohner vor Eindringlingen aus dem Tokugawa - Shogunat zu schützen. Zwar waren hier wohl nie echte Ninjas untergebracht (man wird ja wohl noch träumen dürfen), dennoch wird er aufgrund seiner unglaublich listigen Konstruktion Nina - Tempel genannt.

Hier gibt es falsche Opferstöcke, Treppen mit dünnen Setzstufen, durch die man Eindringlinge in die Füße stechen kann, drehbare Mauern, die sich in Fallen verwandeln, ein „Zwischengeschoss“ und ein „Zwischen - Zwischengeschoss“, um die tatsächliche Höhe des Gebäudes zu verbergen, Tunnel, Geheimräume, 29 Treppenhäuser und noch vieles mehr. Angeblich gibt es auch eine direkte Verbindung zur Burg Kanazawa. In jedem Fall ist der Ninja - dera eines der interessantesten Gebäude, die ich in Japan gesehen habe.

Das geheimnisvolle Flair des Ortes wurde noch verstärkt durch die Tatsache, dass die Führung auf Japanisch stattfand und unsere Gruppe nur mit einem englischsprachigen Buch bewaffnet dem Guide zu folgen versuchte. Im Gänsemarsch gingen wir Treppen hoch und runter, an Falltüren vorbei und entdeckten, was man alles in den Wänden und Böden eines unscheinbar wirkenden Gebäudes verstecken kann.

Der Samurai - und der Geisha - (Chaya) - Bezirk waren eine nette Abwechslung zu den Metallbrücken und Stahlbauten des Geschäftsviertels und gaben unserer Gruppe die Gelegenheit, einen ganzen Nachmittag lang ziellos durch Seitenstraßen und krumme Gassen zu schlendern, um alle Sehenswürdigkeiten zu finden. Und mit „ziellos schlendern“ meine ich, dass wir keine Ahnung hatten, wo’s langging.

Am späten Nachmittag haben wir es dann schließlich doch noch in den gut erhaltenen Higashi Chayagai (Östlichen Chaya - Bezirk) geschafft. Mit seinen grau gepflasterten Straßen und braunen Holzhäusern fühlte es sich wie eine andere Welt an im Vergleich zum Markt vom Vormittag.

Kanazawa war die einzige Stadt auf der „Japan“ - Reise, die ich noch gar nicht gekannt hatte, und sie wurde während meiner Reise zu einem meiner Lieblingsorte in Japan. Die Stadt ist sehr beliebt bei japanischen Touristen, allerdings sah ich nur wenige ausländische Besucher, und bei einer völlig unrepräsentativen Umfrage unter meinen Freunden haben nur drei überhaupt schon mal von ihr gehört gehabt. Daher wollte ich hier mal nicht die Pracht des Fuji oder das Chaos von Tokio in den Vordergrund rücken, sondern diesen Geheimtipp mit seinem faszinierenden Markt und seinem köstlichen Essen.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Wir hatten nur einen freien Nachmittag in Kanazawa und mussten daher einige harte Entscheidungen darüber treffen, was wir essen und sehen wollten. Für alle mit mehr Zeit habe ich hier noch weitere Vorschläge. Das D.T. Suzuki - Museum. Das Suzuki - Museum wurde von Yoshio Taniguchi entworfen, der auch das MoMA in New York City neu gestaltet hat. Es ist Daisetsu Teitaro Suzuki gewidmet, einem buddhistischen Philosophen, der großen Anteil daran hatte, dass der Zen - Buddhismus im Westen bekannt wurde. Das Museum ist eine Hommage an Suzuki und den Zen - Buddhismus und seine perfekte Architektur macht es zu einem der friedlichsten Orte der Stadt.

Das 21st Century Museum of Modern Art. Das erklärte Ziel dieses Museums ist es, die Region mit der Zukunft der Kunst zu verbinden, indem reiche und vielfältige moderne Kunst gezeigt wird, die Genregrenzen ebenso überwindet wie die Grenzen von Raum und Zeit. Es ist wie ein UFO geformt, hat riesige Glaswände und eine schwindelerregende Anzahl an praktischen Experimenten. Hier kann man gut ein paar Stunden verbringen, vor allem während einem der für Kanazawa typischen Regenschauer.

Zwei Restauranttipps in Kanazawa für alle Sushi - Liebhaber: Mit großem Budget: Der Sushi - Meister im Otomezushi ist Kazuhiko Tsurumi, der „Jiro von Kanazawa“ – was für viele schon Grund genug ist, um dem Restaurant einen Besuch abzustatten. Alle, die sorgfältig zubereitetes und kunstvoll präsentiertes Sushi lieben, sollten Omakase (Empfehlung des Küchenchefs) im Otomezushi (4 - 10 Kiguramachi, Kanazawa) probieren. Weitere begeisterte Kritiken gibt es hier.

Mit kleinerem Budget: Hier gibt es keine Tische, sondern nur eine lange Sushi - Theke und jede Menge köstliche frische Fischgerichte zu leistbaren Preisen. Eine gute Wahl für alle, die einfache, aber frische Speisen genießen wollen, ohne ein Loch in ihr Reisebudget zu sprengen (1 - 5 - 29, Katamachi, Kanazawa,).

Ein Reisebericht von Jodi Ettenberg

Donnerstag, 12. Oktober 2023

5 faszinierende Fakten über Sumatras Flora und Fauna

Wegen seiner Regenwälder und Tierwelt ist Sumatra sagenumwoben. Trotzdem steht dieses Ziel bei den meisten Reisenden nur auf der “Irgendwann” - Liste. Irgendwann ist jetzt. Als eine der größten Inseln der Welt ist dieses dicht bewachsene indonesische Juwel ideal für Abenteurer, die das Außergewöhnliche suchen. Sumatra ist wild und rau, und dank seiner seltenen und wundervollen Flora beherbergt es eine Vielfalt von Tieren – einige der faszinierendsten (und seltsamsten) der Welt. Lasse dich von diesen bizarren, komischen und hochinteressanten Fakten über die Pflanzen und Tiere inspirieren, die Sumatra ihr Heim nennen.

1. Riecht, als wäre etwas gestorben: Rafflesia arnoldii

Auf Sumatra ist die größte Blume der Welt heimisch – die Rafflesia arnoldii. Sie kann einen Durchmesser von bis zu 1 m und ein Gewicht von 7 kg erreichen. Als Parasit heftet diese seltene Pflanze sich an einen Wirt, um an Wasser und Nährstoffe zu gelangen. Als wäre das nicht schon seltsam genug, dünstet die Riesenrafflesie einen abstoßenden Geruch aus, wenn sie blüht. Manche sagen, er ähnle dem Gestank von verwesendem Fleisch, weshalb sie im Volksmund auch als „Aasblume“ bezeichnet wird.

2. Rallyestreifen: Der Sumatra - Tiger

Sumatra - Tiger sind die kleinste Unterart der Tiger, haben aber die größte Streifenkonzentration. Wegen der geringeren Größe können die Tiger sich leicht durch den dichten Dschungel Sumatras bewegen. Außerdem verfügen sie über Schwimmhäute zwischen den Zehen und sind dadurch gute Schwimmer. Bei der Jagd verfolgen sie daher oft die Taktik, ihre Beute ins Wasser zu treiben.

3. Der Werkzeugmacher: Der Sumatra - Orang - Utan

Abgesehen von Borneo ist Sumatra der einzige Ort auf der Welt, wo man Orang - Utans in der Wildnis beobachten kann; allerdings ist der Bestand auf etwa 6600 zusammengeschrumpft. Wie Menschen, Gorillas, Schimpansen und Bonobos zählen Orang - Utans zu den Menschenaffen – wir teilen sogar 96,4% unseres Erbguts mit ihnen! Genau wie wir haben Orang - Utans die angeborene Fähigkeit, zu denken und Schlüsse zu ziehen, und benutzen Werkzeuge. So schwingen sie Stöcke, um Honig aus Bienennestern zu bekommen, und wenn es auf Sumatra stark regnet, fertigen sie aus großen Blättern Schirme.

4. Der Fischerkönig: Das Sumatra - Nashorn

Das Sumatra - Nashorn ist das kleinste seiner Art und streitet sich mit dem Java - Nashorn um den wenig beneidenswerten Titel des am stärksten vom Aussterben bedrohten. Auf Sumatra war früher der Glaube weit verbreitet, Nashörner würden fischen, indem sie ihren Darm in einem Bach entleerten und dann die unglückseligen Fische fingen, die von ihren Exkrementen überwältigt wurden. Mahlzeit!

5. Der schlaue Scheißer: Der Malaysische Tapir

Auf den ersten Blick erinnern Malaysische Tapire an große Schweine. Sie sind allerdings näher mit Zebras, Eseln, Pferden und Nashörnern verwandt. Malaysische Tapire können gut schwimmen und leben oft in der Nähe von Wasser, weil sie dort Zuflucht vor Raubtieren wie dem zuvor erwähnten Sumatra - Tiger suchen. Malaysische Tapire verrichten ihr Geschäft im Wasser – wenn auch aus Gründen, die sich von denen unterscheiden, die dem Sumatra - Nashorn fälschlicherweise zugeschrieben werden: So können Raubtiere sie nicht wittern.

Ein Reisebericht von Daniel Sendecki

Mittwoch, 11. Oktober 2023

Reisevorbereitungen für Indien – 5 wertvolle Tipps!

Es stimmt, Indien ist ein Ort wie kein anderer. Eine Reise dorthin öffnet einem die Augen zu einem Land, einer Kultur und Menschen, von denen man nie gedacht hat, dass sie tatsächlich existieren, aber manchmal kann es auch sehr frustrierend sein, wenn man umgeben von seiner schier konstanten Hektik ist. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus würde ich sagen: Wenn ihr nach einem Erlebnis sucht, an das ihr euch ein Leben lang erinnern werdet, dann ist Indien das Richtige für euch. Indien stand seit Jahren auf meiner Liste der Länder, die ich unbedingt bereisen wollte, und als ich dort hin reiste, fand ich dort alles, was ich mir jemals hätte vorstellen können und vieles mehr. Auf einer Reise in Indien erlebt man ohne Zweifel in vielerlei Hinsicht einen Kulturschock, aber wenn man vorbereitet dort landet und aufgeschlossen ist für das, was dieses Land zu bieten hat, erwartet einen hier ein absolut einmaliges Erlebnis.

1. Nehmt euch Zeit, euch langsam an die lokale Küche zu gewöhnen

Die lokale Küche eines Landes ist ein wichtiger Bestandteil eines authentischen Reiseerlebnisses. Dies gilt ganz besonders für Indien, das mit seiner riesigen Palette an Geschmacksrichtungen und Gerüchen aufwartet. Normalerweise greife ich sofort voll zu und probiere die exotischsten Gerichte, die ein Land zu bieten hat, aber was Indien angeht, sollte man seinem Magen ein paar Tage Eingewöhnungszeit geben und darauf achten, was man seinem Körper zumutet. Das heißt auch, darauf zu achten, seine Palette mit nicht zu scharfem Essen zu überfordern und in Restaurants (anstatt an Buden am Straßenrand) zu essen. Wenn ihr euch dann aber erst einmal an die indische Küche gewöhnt habt, solltet ihr möglichst viele verschiedene Dinge probieren. Indien bietet euch unendlich viele verschiedene Gerichte, die nur darauf warten, von euch verkostet zu werden. Bonus - Tipp: Wenn ihr Wasser in Flaschen kauft, solltet ihr die Flasche zunächst auf den Kopf stellen bevor ihr das Siegel öffnet. Tropft die Flasche, ist das Siegel undicht und ihr solltet den Verkäufer bitten, euch eine neue Flasche zu geben.

2. Rechnet mit Magenverstimmungen

Egal, wie vorsichtig ihr auch seid, es ist beinahe unvermeidlich, dass euer Magen während eurer Reise einmal nicht erfreut über ein Gericht sein wird, das ihr probiert habt. Sich langsam an die lokale Küche heranzuwagen mag helfen, aber die Chancen, dass ihr euch trotzdem eine Magenverstimmung einfangt, stehen recht hoch. Dies sollte euch aber auf keinen Fall davon abhalten, Indien zu besuchen oder während eurer Reise dort keine neuen Gerichte zu probieren. Indiens Küche ist ein wichtiger Teil eures Reiseerlebnisses dort, und auch wenn ich ein paar Tage Magenprobleme hatte, hätte ich es sehr bereut, das Essen nicht richtig probiert zu haben. Lasst euch also nicht von eurer Furcht von einem authentischen Geschmackserlebnis abhalten. Wappnet euch einfach mit ein paar Tabletten aus der Apotheke, die euren verstimmten Magen wieder beruhigen.

3. Kleidet euch gediegen!

Es ist sehr wichtig, dass man die Kultur des Landes respektiert und sich entsprechend kleidet. Für eure Reisevorbereitungen für Indien ist dies ganz besonders wichtig. Allgemein gilt, dass man in Indien stets seine Knie und Schultern bedeckt halten sollte. Haltet eure Arme und Beine wenn möglich auch bedeckt, auch wenn Inder meist toleranter sind als man es ihnen nachsagt und es in der Regel nicht als Zeichen der Respektlosigkeit auffassen werden, wenn ihr dies nicht immer tut. Beim Besuch religiöser Orte solltet ihr jedoch vorher immer nachfragen, da dort oftmals strengere Kleidungsvorschriften gelten.

4. Handelt immer vorab einen Preis aus

Wenn ihr bereits ein wenig über eine mögliche Reise nach Indien recherchiert habt, habt ihr vielleicht bereits Geschichten über Taxi - Betrügereien gelesen, bei denen ihr im Kreis herumchauffiert werdet und euch am Ende eine exorbitante Summe berechnet wird. Um solche und ähnliche Situationen, wenn ihr zum Beispiel eine Aktivität oder ähnliches bucht, zu vermeiden, solltet ihr den Preis immer vorab aushandeln. So wisst ihr immer, auf welchen Preis ihr euch einstellen könnt. Bonus - Tipp: Lasst Dienstleistungen oder Aktivitäten möglichst von eurem Hotel oder Guide für euch buchen. Oftmals erhaltet ihr so den besten Preis und vermeidet außerdem, dass ihr übers Ohr gehauen werdet.

5. Bleibt flexibel

Was Reisevorbereitungen für Indien betrifft, plane ich zwar gerne, aber versuche, so flexibel wie möglich zu bleiben, wenn ich unterwegs bin. Man weiß eben nie was passieren könnte und irgendwann werden seine Pläne immer durch etwas aus der Bahn geworfen. Das gilt besonders für Indien, wo euch das allgegenwärtige Chaos garantiert irgendwann einmal einen Strich durch die Rechnung macht und ihr durch die Parade einer Familienfeier oder Kühe, die die Straße überqueren, eine Weile aufgehalten werdet. Wenn ihr nach Indien reist, wird euch so etwas früher oder später einmal passieren. Wenn ihr Dinge gerne im Voraus plant, solltet ihr einplanen, dass die Dinge nicht nach Plan laufen werden, und, was noch wichtiger ist, Indiens oftmals bizarre Kultur annehmen. Ihr werdet diese Erfahrung nirgendwo sonst auf dieser Welt machen, genießt sie also solange ihr dort seid.

Indien ist ein fantastisches Land, und wenn ihr gerne einmal aus eurer Komfortzone ausbrecht, um neue Dinge zu erleben, werdet ihr es ohne Zweifel lieben, dorthin zu reisen. Solange ihr auf den Kulturschock, den ihr dort erleben werdet, vorbereitet seid und diesen akzeptiert, werdet ihr den Trip eures Lebens haben. Die beste Reisevorbereitung für Indien ist, eine aufgeschlossene Haltung zu haben. Die Erlebnisse, welche euch in Indien erwarten, sind genau der Grund, weshalb wir reisen: Neue Orte besuchen, neue Dinge erleben und neuen Leuten begegnen. Indien hat all das zu bieten und wenn ihr mit einer aufgeschlossenen Haltung dorthin reist, werdet ihr es nie bereuen!

Ein Reisebericht von Stephan Popescu

Montag, 9. Oktober 2023

Die 5 leckersten glutenfreien Snacks aus Nordindien

Während der Planung meiner Reise nach Indien mit meiner Mutter war ich sehr gespannt darauf, welche herrlichen Gerichte uns dort erwarten würden. Wie bei jedem Land, das ich bisher besucht habe, recherchierte ich intensiv online die vielen Möglichkeiten, dort zu reisen und meine Mutter und ich besuchten vor unserer Abreise mehrere indische Restaurants in Montreal.

Trotz all dieser sorgfältigen Planung konnte uns nichts auf die schiere Menge der Speisen vorbereiten, von denen wir in Rajasthan umgeben wurden. Ich dachte mir also, dass ich euch an dieser Stelle, statt der traditionellen Currys und Gerichte, einige der neuen Snacks vorstellen könnte, die wir auf der Reise entdeckten. Da ich Zöliakie habe, sind diese alle glutenfrei. Und sie waren sehr lecker.

1. Bajra Roti

Ich kannte das traditionelle Roti, ein dünnes Brot aus Weizen mit Curry, das in Indien, Myanmar und anderswo serviert wird. In Rajastan wird es aus Hirse hergestellt, da diese in Teilen von Rajasthan angebaut wird. Das Korn ergibt eine dickere, dichtere Version des dünnen Roti - Fladenbrots. Durch seine Konsistenz isst man davon kleinere Mengen, da es sehr sättigend ist. Aber es eignet sich genauso gut zum Saucen aufwischen wie das Original.

Unten auf einem Bild seht ihr Palak Paneer, ein in Rajasthan sehr beliebtes Gericht aus Spinat und Frischkäse, mit diesem Zöliakie - freundlichen Hirsebrot.

2. Poha

Eine schmackhafte, schnelle und einfache Alternative zum Frühstücksbrot ist Poha, ein Gericht aus plattgedrücktem Reis, Kurkuma, Chili, Zwiebeln, Senfsamen und mehr. Es kann in wenigen Minuten angebraten werden, ist sehr aromatisch und kann am Morgen auch gut mit Eiern gegessen werden.

Das erste, was ich nach meiner Rückkehr tat, war, diese Gewürze zu kaufen und selber ein paar Pohas zu machen. Ich fand, dass es auch ein idealer Snack am späten Nachmittag ist, wenn man ein wenig hungrig ist, aber noch nicht hungrig genug für das Abendessen ist. Ein zusätzlicher Bonus ist, dass es sowohl aufgewärmt als auch bei Raumtemperatur sehr lecker schmeckt.

3. Dosa

Ich entdeckte Dosas das erste Mal, als ich in Toronto war und in einem südindischen Restaurant aß. Ich staunte damals über die Schönheit dieser flockig dünnen Crêpes, die vorsichtig aufgerollt und mit mit Masala gewürzten Kartoffeln gefüllt werden. Obwohl meine Mutter und ich im Norden von Indien waren, haben wir dort durchaus ein paar Dosa - Verkäufer auf den Märkten und auf der Straße gefunden, wie dieser Junge im Bild unten. Diese Dosas schmeckten nicht nur köstlich (und wir wurden nicht krank davon); der Junge hatte außerdem eine solch selbstsichere und unverblümte Art an sich, dass es viel Spaß machte, ihm dabei zuzusehen, wie er gekonnt unsere Snacks zubereitete.

Dosas sind ein südindischer Crêpe aus einem Teig aus fermentierten Linsen und Reis. Der Dosa wird mit einem hölzernen Schaber dünn verstrichen, beginnend von der Mitte nach außen, während er gebacken wird. Das Gericht wird entweder mit oder ohne Füllung serviert. Diejenigen, die sich Sorgen machen, krank zu werden, sollten auf die Chutneys verzichten, die als Beilage für die Dosas auf der Straße angeboten werden, da viele der Saucen nicht erhitzt werden. Die Dosa selbst ist jedoch eine großartige Mahlzeit.

Beachtet, dass eine Art von Dosa, Rava Dosa, mit Weizenmehl zubereitet wird und daher von Zöliakern gemieden werden muss.

4. Dal Motth und andere Snacks aus Kichererbsenmehl

Ich habe festgestellt, dass es für Leute mit Zöliakie am schwierigsten ist, Snacks zwischen den Mahlzeiten zu finden. Unabhängig davon, ob ich in einem Land bin, wo meine Krankheit bekannt ist, werden schnelle Snacks oft mit Semmelbröseln paniert und sind in der Regel ungeeignet. In Ländern, in denen man diese Krankheit nicht kennt, kann es sehr stressig sein, einen Snack zu finden.

Ich war begeistert, dass in Nordindien, ein paar Snacks wirklich in Ordnung waren. Samosas waren es nicht, aber Pakoras (Frittierte Zwiebeln oder Paneer mit Kichererbsenmehl) und Dal Motth (unten), waren ein sicherer Snack für mich.

Dal Motth, eine Kugel aus Kichererbsenteig mit Kümmel und anderen Gewürzen, wurde ebenfalls frittiert und mit einem süßen und würzigen Chutney und frischen, rohen Zwiebeln serviert.

Auch wenn es nicht der gesündeste Snack war, (nichts Frittiertes ist gesund), waren sie dennoch eine einfache Alternative, wenn wir für einen Snack Halt machten, oder zwischen den Hauptmahlzeiten.

5. Bhujia

BHUJIA! Als ich meine Mutter diese Woche in Montreal besuchte, machten wir in einem Indischen Lebensmittelladen Halt, liefen ziellos durch die Gänge und atmeten tief ein. Der Geruch der Gewürze brachte mich wieder zurück auf die Reise, und ich träumte vor mich hin, als ich die Regalreihen entlanglief. Bis ich entdeckte, dass sie Bhujia verkauften. Ich griff mir sogleich ein paar Tüten davon, rannte zu meiner Mutter hinüber und rief “SIE HABEN UNSEREN SNACK!”

Wir aßen Bhujia das erste Mal auf den Straßen von Bikaner, wo es ursprünglich herkommt. Dieser gewürzte Snack aus Kichererbsenmehl war super lecker und sättigend, sodass ich nie zwischen den Mahlzeiten hungern musste. Bhujia wird in vielen Varianten, von mild gewürzt bis hin zu ‘ich brauch schnell einen Lassi’- scharf auf Märkten lose nach Gewicht verkauft (wie im Foto), aber ist auch in Tüten verpackt an Raststätten in ganz Rajasthan erhältlich. Und, natürlich in Indischen Supermärkten auf der ganzen Welt.

Ein Reisebericht von Jodi Ettenberg

Samstag, 7. Oktober 2023

Der Saigon Street - Food Guide

Vietnam ist bekannt für seine Küche, und wie bei vielen, sich geografisch weit erstreckenden Ländern, variieren die Gerichte stark zwischen den Regionen. Für den Großteil meines Aufenthalts war meine Basis Saigon, damit ich das wärmere südliche Klima, die Nähe zum Mekong und das tolle Essen genießen konnte. Während Hanoi im Norden auch einige wunderbare Gerichte sein Eigen nennt, wollte ich hier die Snacks vorstellen, die ich im Süden probiert habe, von Meeresfrüchten über befruchtete Enteneier hin zu süß - würzigem Papaya - Salat. Einige stammen aus andere Teilen des Landes, aber werden alle auf den hiesigen Straßen serviert.

Schnecken (Oc)

Schnecken (Oc) - Restaurants, eine beliebte Adresse bei Familien, Paare und Freunde für einen abendlichen Straßen - Snack, servieren nicht nur Schnecken, sondern eine ganze Palette anderer Meeresfrüchte, auf großen Tabletts, die in der Gruppe geteilt werden und oft zusammen mit einem Bier genossen werden. Von gegrillten Jakobsmuscheln mit Erdnüssen und grünen Zwiebeln, zu Muscheln in Zitronengras -  und Chili - Brühe, bis zu saftigen Mangrovenschnecken in einer dickflüssigen Kokos - Sauce, die ausführliche Speisekarte muss man einfach durchprobieren – und zwar Gericht für Gericht. Beim Schneckenessen geht es nicht nur ums Essen, es ist Teil der Tradition eines Abends voller Unterhaltung, Snacks und Biertrinken. Es ist ein wunderbarer Teil der Kultur hier, und jedes Mal, wenn ich hierher komme, gibt es etwas Neues zu probieren.

Als Kind mochte ich Schnecken nie, weil mir die Saucen aus Butter und Knoblauch oft viel zu üppig vorkamen und mir nicht schmeckten. Zu meiner eigenen Überraschung wurde ich in Saigon zu einer regelrechten Schnecken - Liebhaberin und überredete oft Freunde dazu, sie mit mir zu probieren.

Frische Frühlingsrollen (Goi Cuon)

Goi Cuon werden in Nordamerika in der Regel „Sommerrollen " genannt, aber wortwörtlich übersetzt sind es „Salatrollen", obwohl sie gewöhnlich mit mehr als nur Salatblättern gefüllt sind. Die mit Minze, Garnelen, Schweinefleisch und Glasnudeln gefüllten Köstlichkeiten werden in eine Satay - Sauce mit Erdnüssen eingetaucht, die so feurig scharf sein kann, wie eure Chili - Toleranz dies erlaubt.

Während wir Zuhause Goi Cuon meist als Aperitif essen, sind sie hier eine Beilage zu einer Mahlzeit. Die Gerichte werden an Straßenständen in keiner bestimmten Reihenfolge serviert, und man genießt an seinem kleinen, mit aufgetürmten Tellern gefüllten Tisch einfach alle Gerichte, in kleinen Häppchen, in jeder beliebigen Reihenfolge.

Joghurt

Für uns ist Joghurt –insbesondere in die Mode gekommener griechischer Joghurt – ein Snack, und in gefrorener Form ein Dessert. Vietnamesischer Joghurt (genannt sua chua, saure Milch, oder – in Saigon – da ua, yaort wird in der Regel auch verstanden) verleiht diesem Nahrungsmittel eine neue Dimension, eine würzig und süß - saure Geschmackskombination, die aus gezuckerter Kondensmilch hergestellt wird.

Anstatt zu versuchen, frische Milch zu finden, die schneller verdirbt als man sie finden kann, verwenden die erfinderischen Vietnamesen Kondensmilch, die mit Wasser und etwas Joghurt vermischt wird. Der intensive Geschmack ist ein sehr positives Erlebnis und eingefroren ist es ein perfektes Gegenmittel zu einem heißen Tag in Saigon. An Smoothieständen, könnt ihr yaourt da , bestellen, einen dieser süß - sauren Joghurts auf Eis, obwohl ihr am besten vorab fragt, um was für einen Joghurt es sich handelt, um sicherzustellen, dass es kein vorab fertig abgepackter ist. Die leckerste Version ist ein kleiner Glasbehälter mit einem Deckel, der oft in öffentlichen Parks und an kleinen Ständen am Straßenrand serviert wird. Ein Rezept, das ihr ohne Joghurtmaschine zuhause zubereiten könnt, gibt es hier, auf Viet World Kitchen.

Salat mit unreifen Papayas und Beef Jerky (Goi Du Du Bo Kho)

Papaya - Salat wird meist mit Thailand und dem Isaan - Gericht Som Tam in Verbindung gebracht, aber er hat einen vietnamesische Cousin; einen, der süßer und weniger scharf ist, leckeren Beef Jerky enthält und mit Erdnüssen und gerösteten Reis - Crackern gekrönt wird. Wie bei vielen Gerichten in Vietnam, ändern sich die Rezepturen je nach Provinz, aber meine bevorzugte Version Goi du du stammt von den Straßen Saigons. Die Papaya saugt das Dressing aus Sojasauce und Essig auf und es wird ein wenig scharfe Chili - Sauce hinzugefügt, als Balance zur Säure des Essigs. Der Beef Jerky ist nicht das, was man in Nordamerika so nennt; er ist zart und zäh und gar nicht trocken.

Alles zusammen, mit Dressing und Erdnüssen und den Fleischstückchen, können einem die Aromen des Salats anfangs überwältigend vorkommen, aber mit jedem Bissen wird sich euer Gaumen mehr daran gewöhnen. Ich habe auch viele vietnamesische Restaurants in Montreal oder in Toronto oder New York gesehen, die Goi du du servieren, wenn ihr es also noch nicht probiert habt, könnt ihr für euren Nächsten Abend einmal einen Besuch beim Vietnamesen planen.

Reisbrei mit Innereien (Chao Long)

Meine Freunde weigern sich meist, mit mir essen zu gehen, wenn ich mich für Chao Long entscheide, denn es ist voller Innereien. Aber Innereien schmecken doch köstlich („offal is not awful!“) sage ich dann immer zu ihnen. Dieser leckere, herzhafte Reisbrei wird in einer Fleischbrühe mit Blutwürfeln in einem Kessel gekocht. Er wird unter anderem mit Leber -, Innereien - und Darmstückchen serviert. Dazu werden jede Menge Ingwer und Frühlingszwiebeln gereicht, sowie schwarzer Pfeffer und – für diejenigen, die nicht wie ich an Zöliakie leiden – kleine Stückchen gebackener Teig. Zusammen mit gedünsteten Sojasprossen, Limetten und Chili, ist dies wirklich eine perfekte Mahlzeit. Außerdem zahlt man dafür auf der Straße in der Regel nur rund einen Euro.

Dieser Brei schreckt die meisten Menschen ab, aber er schmeckt wirklich viel besser als er aussieht. Sofern ihr kein Problem mit Innereien habt – und natürlich können ihr ihn auch ohne Blutwürfel bestellen – ist dies ein Snack, den man wirklich nicht verpassen sollte.

Befruchtete Entenembryos (Hot Vit Lang)

Entenembryos werden auch in anderen Teilen Südostasiens serviert, unter anderem in den Philippinen, wo sie als Balut bekannt sind. In Saigon wird dieses Gericht abends an vielen Straßenständen, die Suppe oder Frühlingsrollen verkaufen, garniert mit Rau Ram (Vietnamesischem Koriander), Salz und Pfeffer und gelegentlich Erdnüssen, serviert. Er ist nichts für schwache Nerven, aber ein äußerst proteinreicher Snack. Und außerdem werdet ihr einige anerkennende Blicke ernten, wenn ihr etwas probiert, was die meisten Ausländer meiden.

Man isst sie wie ein weich gekochtes Ei, indem man mit einem Löffel auf die Seite der Schale schlägt und einen Teil davon abschält. Steckt den Löffel in die Membran unter der Schale, haltet das Ei an eure Lippen, um die Flüssigkeit zu trinken, und esst anschließend den Rest (den festen Teil) mit dem Löffel.

Vietnamesisches Sandwich (Banh Mi)

Der allseits beliebteste Sack für Unterwegs, Banh Mi, besteht aus einem hellen und luftigen Brötchen, einem Überbleibsel der französischen Kolonialzeit in Vietnam. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um das übliche buttrige französische Brot, sondern eine leichtere Version. Ich kann Banh Mi wegen meiner Zöliakie nicht essen, aber die meisten meiner Freunde schnappen sich oft eines als Snack zum Frühstück oder spät abends.

Es wird mit einer Vielzahl von Belagen – Schweinemedaillons, Pasteten, Eiern, Schweinefleisch oder anderem Fleisch serviert und in der Regel mit Koriander, Zwiebeln, dünn geschnittenen eingelegten Karotten und Paprika garniert und ist sättigend und preiswert. Ich wünschte nur, ich könnte es essen!

Reispapierrollen (Banh Trang Cuon)

Banh Tranh Cuon aus mit Annatto - Öl orange eingefärbtem Reispapier werden als Halbmonde in Scheiben geschnitten serviert. Jedes Blatt wird mit vielen bunten Zutaten, wie getrockneter Tamarinde, kleinen getrockneten Garnelen, eingelegter unreifer Mango und mehr, gefüllt. Es wird dann aufgerollt und in Stücke geschnitten, in eine durchsichtige Sandwichtüte gepackt und mit Chili - Öl und ein wenig Rindfleisch Soße garniert.

Dieser Snack ist nicht so populär wie einige der anderen – ich kenne nur ein paar wenige Orte in Saigon, die ihn verkaufen, und keiner meiner Freunde im Norden in Hanoi kennt ihn. Aber es ist ein wundervoller Cocktail aus vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen, die nahtlos zusammenpassen, und für weniger als einen Euro für 3 Rollen sollte man ihn auf jeden Fall probieren.

Reisnudelsuppe mit Krabben und Tomaten (Bun Rieu Cua)

Die aus dem Norden des Landes stammende Suppe Bun Rieu hat sich wie viele andere Gerichte aus anderen Provinzen Vietnams auch im Süden verbreitet und wird auf den Straßen von Saigon, als Frühstück, Mittag - und Abendessen serviert. Die Suppe wird auch in Restaurants serviert, aber am besten probiert man sie von einer Dame mit einer Stange, den Suppenkessel an einem Ende und die Garnitur (Tofu, Blutwürfeln, Tomaten) am anderen, die die Suppe auf diese Art und Weise durch die Stadt trägt.

Dies ist eine typische Szene zum Mittagessen, wie man sie im Zentrum Saigons sieht, wo die vielen Büroarbeiter ihre Mittagspause auf der Straße verbringen. An einer der geschäftigeren Ecken macht diese Bun Rieu Dame ein sehr gutes Geschäft und schöpft den ganzen Tag über die leckere Krabben - und Tomatensuppe in Schüsseln.

Dies sind einige der Gerichte, die ich während meiner Zeit hier verkosten durfte, und von vielen hatte ich vor meinem Aufenthalt in Vietnam noch nie gehört. Ich werde dieses Land zwar wieder verlassen, werde aber zweifellos noch viele Monate von diesen Snacks träumen.

Ein Reisebericht von Jodi Ettenberg

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